Eine Handtasche wird Nichtraucher … oder wie weit uns die Emanzipation gebracht hat.

Beispielbild / pixabay

Ich bin ein Mädchen. So ein richtiges Mädchen mit lackierten Fingernägeln, Wimperntusche und ungefähr 97 Handtaschen im Schrank. Also auch neben dem Schrank und am Kleiderhaken am Schrank … naja, und in einer großen Truhe. Ganz ehrlich …. es sind viel zu viele Handtaschen, als dass ich sie noch in diesem Leben „ableben“ könnte.  Es ist tatsächlich eine Sucht.

Im Selbstversuch bestellte ich mir vor 3 Wochen „die letzte Handtasche meines Lebens“. Mein Umfeld fand es eher idiotisch und rollte lächelnd mit den Augen. Ok, es war 2016 bereits der 3. Versuch der „letzten Handtasche meines Lebens“. Erwähnte ich … ES IST EINE SUCHT.

Da ich keine Millionärin bin, kaufe ich die Handtaschen oft Second Hand. 3-2-1. Meins.

Nach 7 Tagen kam das gute Stück an. Beige. Weiches Leder. Ohne große Abnutzungserscheinungen …. aber igitt, was war das? Sie kam aus einem Raucherhaushalt und bei aller Schönheit, die Tasche stank wie ein Aschenbecher.  Die „letzte Handtasche meines Lebens“ war eine Stinkbombe und ich mehr als unglücklich.

Ich googelte, las in Hausfrauen-Hilfeforen und schmiedete einen Plan.

In der ersten Nacht schüttete ich eine komplette Packung Kaffee in einen Müllbeutel. Die Handtasche sprang hinterher. Schon jetzt waren wir beste Freundinnen … ja, es bestand Aussicht auf „lebenslänglich“ insofern sie Nichtraucherin werden würde. Also die Tasche jetzt.

DaDong! Der Kaffeeversuch misslang.

In der zweiten Nacht war der Müllbeutel voll mit Backsoda und die Tasche nicht mehr beige, sondern ein riesiger weißer Puderhaufen.

DaDong! Der Backsoda-Versuch misslang.

Schon leicht panisch schrieb ich eine eMail an den Hersteller PIECES . Die Antwort des Kundendienstes war bezaubern. „Haben Sie Geduld oder nehmen Sie die Tasche mit ins Badezimmer, wenn Sie duschen!“ Mädels, wer von Euch hat denn Geduld, wenn es um Taschen geht????? Ich nicht.

Den Versuch mit „Leichenspray“ dem Rauchgestank zu begegnen fand ich etwas übertrieben.

Allerdings gab es noch die Möglichkeit mit einem „Ozongenerator“ den Rauchgeruch zu neutralisieren. Ozon was? Ja, ein Ozongenerator soll helfen üble Gerüche in Räumen, Schränken oder Autos zu vernichten.

Schnell in den sozialen Medien eine Suchanfrage gepostet und zack … 2 Tage später hatte ich eine Antwort!

In meinem „Fingernägel-lackierten-Mädchen-Dasein“ hatte ich mir allerdings vorgestellt, ich bring die Tasche hin und hole sie am nächsten Tag wohlriechend wieder ab. Nix da!

Er.: „Also Du kannst Dir den Ozongenerator gern abholen. Habt Ihr Tiere? Für die wäre das nämlich tödlich. Achso und einatmen solltest Du es auch nicht, da platzen nämlich die Lungenbläschen.“

Ich.: „Autsch.“

Also stand ich nun da mit dem „Ozongenerator“ (ohne Gebrauchsanweisung) und der Stinkbomben-Handtasche. Mein erstes Stoßgebet an Alice Schwarzer und die Emanzipation.

Zur Sicherheit hab ich dann die Gebrauchsanweisung gegoogelt und was soll ich sagen … die Gebrauchsanweisung war auf Spanisch oder war es Italienisch? Ich konnte es auf jeden Fall nicht lesen!

Also lieber doch noch mal einen Mann um Rat fragen? Mano …. Alice?

Ich rief also zu aller Beruhigung noch mal einen Mann an und fragte nach.

„Was? Was willst Du? Was ist das denn für eine vergoldete Handtasche? Ozon ist tödlich. Du wirst sterben!“ schrie er durch die Leitung.“

Ich legte auf, ging ins Badezimmer und drückte den START-Knopf.

Nach insgesamt 3 Versuchen war die „letzte Handtasche meines Lebens“ geruchsfrei. Nein, Moment, wenn man ganz nah an sie rangeht, dann riecht sie nach feinem Leder & Liebe. Ich sollte sie heiraten!

 

WARNHINWEIS.: Bei der Anwendung eines Ozongenerators sollte man ausgesprochen vorsichtig sein. Ozon ist geruchlos und darf NICHT eingeatmet werden. Da Ozon nach unten sinkt, kann es für Haustiere tödlich sein.

Vor Gebrauch immer die Gebrauchsanweisung lesen und bloß keinen Mann in Eurer Nähe fragen. 😉

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